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Weihnachtsgedichte neuzeitlicher Autoren

Weihnachtsbild mit Zug
Bild: Myriam Zilles / pixabay.com
Bitte beachten Sie das Urheberrecht. Das Copyright der hier veröffentlichten Texte liegt bei den jeweiligen Autoren. In der Regel ist unter den Texten der Link zur entsprechenden Autorenseite angegeben. Sollte dies nicht der Fall sein leite ich Anfragen gerne weiter.

Weihnachtsgedichte neuzeitlicher Autoren von A - Z

Adventshoffen
von Ingrid Herta Drewing

Auch dieses Jahr
von Serge D.

Blick durchs Schlüsselloch
von Christina Telker

Christkindträne
von Ilka Berikhan

Das Geheimfach
von Christina Telker

Das Weihnachtskind
von Hannelore Furch

Der Baum macht nicht das Weihnachtsfest
von Ilka Berikhan

Der Tannenbaum
von Josef Festing

Die kleine Tanne
von Christina Telker

Die Weihnachtsspinne
von Josef Festing

D´Wäid oschaung wiara Kind
von Serge D.

Ein kleines Weihnachtswunder
von Serge D.

Engel
von Ursula Gressmann

Erster Advent
von Petra Friedel

flügelschlag
von Ursula Gressmann

Fröhlich, selig, gnadenbringend
von Serge D.

Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer
von Isabella Kramer

Im Stall
von Mirko Swatoch

Leis, ganz leise naht die Stille
von Mirko Swatoch
 

Rituale
von Ingrid Herta Drewing

Schlittenglocken
von Christina Telker

Spaziergang in der heiligen Nacht
von Hannelore Furch

Stern der Weihnacht
von Raina Jeschke

Stille Nacht
von Christina Telker

Überall die Kerzen brennen
von Mirko Swatoch

Unterschiedliche Weihnacht
von Christina Telker

Vom Himmel hoch
von Ruth-Ursula Westerop

Vor dem Christbaum
von Serge D.

Vorfreude
von Petra Friedel

vor vielen jahren
von Ursula Gressmann

Weihnacht
von Petra Friedel

Weihnacht in mir
von Petra Friedel

Weihnachtsbotschaft
von Raina Jeschke

Weihnachtsfreude
von Mirko Swatoch

Weihnachtsgedanken
von Serge D.

Weihnachtsmarkt
von Ursula Gressmann

Weihnachtstag
von Petra Friedel

Weihnachtswünsche
von Ruth-Ursula Westerop

Weißes Sehnen
von Petra Friedel


Ilka Berikhan
Der Baum macht nicht das Weihnachtsfest

Was ist in meinem Herzen los,
mag sein es klingt banal,
doch Weihnachtsbaum und Lichterglanz
sind mir nun ganz egal.

Ja seh ich mir den Christbaum an,
da möchte ich wohl meinen,
die Lichtlein die berührn mich nicht,
die da wie üblich scheinen.

Und auch die Kugeln groß und klein
sind rund wie jedes Jahr;
das Ganze ist nicht neu für mich,
es ist wie's immer war.

Die Engel hängen stumm und still
und wollen doch nicht singen,
kein Stern erleuchtet; Glöckchen leis
die hör' ich nimmer klingen.

Doch plötzlich streift mein Blick ein Herz -
ein einzig Herz im ganzen Baum -
es schimmert golden und mir ist's
als flüstert's wie im Traum:

"Der Baum macht nicht das Weihnachtsfest,
so ist's nun mal auf Erden,
spürst Weihnacht du im Herzen nicht
kann es nicht Weihnacht werden."

Ilka Berikhan
Christkindträne

Der Schnee fiel leis vom Himmel herab
so sanft und glitzernd auf dein Grab.
Da ist's ganz plötzlich mir geschehn,
in der Ferne hab ich das Christkind gesehn.

Und wie ich so denke: "'s ist mir gleich entronnen"
da scheint es plötzlich näher zu kommen!
Still schweigend tritt es an dein Grab
und eine Träne fällt leis hinab.

Dann lächelt's mich an, verschwind't in der Nacht.
Es hat mein Geschenk dir an's Grab gebracht.
Denn da wo ich grad weißen Schnee nur sah,
der Christkindträne Wunder geschah.

In der sternenglitzernden heil'gen Nacht
ist der schönste Christbaum auf Erden erwacht.
Ich spür, dass die Tage von Gott uns gegeben
und wieder genommen - für das ewige Leben.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - zur Internetseite von Ilka Berikhan 

Serge D. 2017
Auch dieses Jahr

Zum Glück auch heuer niemanden vergessen:
Die letzte Mail verschickt noch kurz vor knapp.
Auch heuer vom Adventsstreß völlig schlapp
vor Tannenbaum, TV und Punsch gesessen.

Auch heuer wieder reichlich vollgefressen.
Und wenn schon. Nach Silvester nehm' ich ab.
Auch heuer Sissi, Kleiner Lord ... Zapp-zapp:
Selbst Fernsehn kann an Weihnacht richtig stressen.

Auch heuer nehmen wir es uns nicht krumm
und tauschen die Geschenke einfach um.
Allein der gute Wille zählt, nicht wahr?

An dem hat's nicht gefehlt. Doch irgendwie
so richtig Weihnacht war's nicht. Ist es nie.
Warum bloß?, frag' ich mich auch dieses Jahr.

Serge D. 2016
Weihnachtsgedanken

Vielleicht kommt doch der Weltkrieg ja ins Stocken,
wie durch ein Wunder, diese eine Nacht.
Vielleicht gibt's, wenn schon keine weiße Pracht,
zumindest ein paar festlich-leise Flocken.

Vielleicht wird durch die Weihnachtsfriedensglocken
bei manchen wieder Hoffnung angefacht.
Und einer, der es schon nicht mehr gedacht
von sich, kann wieder jauchzen und frohlocken.

Vielleicht sind wir 'mal alle nicht gestreßt
an diesem Abend, nur für ein paar Stunden.
Vielleicht wär' aller Haß im Nu verschwunden,
wenn einer nur den andern Mensch sein läßt.

Ja: ob wir unser Mitmensch-Sein bekunden
vielleicht, einmal im Jahr, am Weihnachtsfest?

*mit freundlicher Genehmigung von Serge D.

Ingrid Herta Drewing 2014
Rituale

Auch wenn dein aufgeklärter Geist sich sträubt;
wir Menschen brauchen sie, die Rituale.
Wir mögen’s, wenn zur Weihnacht Schnee hier stäubt
und Lichtersterne sich ins Dunkel malen.

Ein Festtagszauber darf den Alltag schönen.
Wir ruhen uns von grauen Sorgen aus,
und wollen schenken, herzensfroh verwöhnen
die Lieben unterm Tannenbaum zuhaus.

Genießen freudig auch den Weihnachtsjubel,
die alten Lieder, die erneut erschallen,
und danken Gott, wenn sich gestillt der Trubel,
andächtig in der Kirche weiten Hallen.

Zum Innehalten sind wir nun bereit;
das Christfest schenkt uns jedes Jahr die Zeit.

Ingrid Herta Drewing
Adventshoffen

Ein Zauber hält mich zart umfangen.
Der Kindheit Lächeln liegt darin;
zur Krippe bin ich heut’ gegangen
und fühlt’ dies selige Verlangen,
dem ich doch schon entwachsen bin.

Der Friede, Freude und das Glück
aus jenen unbeschwerten Tagen,
sie rufen leuchtend mir zurück,
was fern dem grauen Alltagsblick,
der Weihnachtsbotschaft wahres Sagen.

Es klingen alte, traute Lieder.
Ihr froher Klang füllt meine Welt,
und Freude, die uns immer wieder
die Hoffnung schenkt, sie strahlt hernieder.
Der Liebe Stern die Nacht erhellt.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - zur Autorenseite von Ingrid Herta Drewing


Schneelandschaft Abend - Märchenhaft
Bild: cocoparisienne / pixabay.com

Josef Festing
Die Weihnachtsspinne

In einer Tanne, hübsch geschmückt,
vom Fuße bis zur Zinne,
saß zwischen Zweigen gut versteckt,
ganz schläfrig eine Spinne.
Das arme Tier war aufgewacht
und wunderte sich sehr,
statt Kälte, Wind und dunkler Nacht
war Wärme rings umher.
Geblendet von der Lichterpracht,
ließ sich an dünner Strippe
die Spinne nun herab ganz sacht
bis in die Weihnachtskrippe.
Ein helles Glöckchen bald erklang,
es öffneten sich Türen,
sogleich ertönte Festgesang
von lauter Jubelchören.
Die Spinne saß im warmen Stroh
und konnte es kaum glauben,
sie war so glücklich und so froh,
man sah‘s in ihren Augen.
Sie sprach zu sich: „In einem Stall
bei Esel, Ochs‘ und Ziegen
gibt‘s außer Chor und Jubelschall
gewiss auch fette Fliegen!“

Josef Festing
Der Tannenbaum

Von Schnee bedeckt sah man ihn kaum
im tief verschneiten Wald,
den wunderschönen Tannenbaum,
die Luft war klirrend kalt.

Durch's Unterholz ein Mann nun schlich,
'ne Säge in der Hand,
er näherte dem Bäumchen sich,
schnitt ab es und verschwand.

Jedoch ließ er die Tanne da,
sie war ihm wohl zu klein,
die edle Schönheit er nicht sah,
wer könnt' ihm je verzeih'n?

Das Christkind bald des Weges kam,
ihm blutete das Herz,
behutsam es das Bäumchen nahm
und trug es himmelwärts.

Am Heiligabend war geschmückt
der kleine Tannenbaum,
ein armes Kind war tief beglückt,
erfüllt sein Weihnachtstraum!

*mit freundlicher Genehmigung des Autoren - zur Autorenseite von Josef Festing


Petra Friedel
Erster Advent

Die Welt sieht heut' so anders aus!
Von Osten kam geschlichen
Väterchen Frost. Hat rings ums Haus
den Garten angestrichen

in Puderzucker-Watteweiß!
Es strahlt und blitzt und funkelt
so unberührt und wenn, ganz leis',
die Straße draußen dunkelt:

dann wird gewerkelt und versteckt,
gemalt und Plätzchenteig geschleckt
zum Klang der schönsten Lieder;

erstrahlt die Welt im Kerzenschein,
zieht Frieden in die Herzen ein,
hat uns die Weihnacht wieder!

Petra Friedel
Weißes Sehnen

Sanft fällt der Schnee. In regungslosen Bäumen
tanzt weißer Flaum. Ein kleines Lied erklingt,
es will mit uns von fernen Tagen träumen.
Und währendessen es uns von damals singt,

liegt Glück aus weißen Sternen auf den Wegen,
regt sich die Hoffnung. Klare Winterluft
will uns die Kindheit in die Sinne legen.
Advent, dein würzig-herber Tannenduft

erzählt von Augen, die zur Weihnacht strahlen,
die Farben in weit off'ne Herzen malen,
erzählt von Liedern, hellem Kerzenschein.

Und jedes Jahr, wenn Flocken lautlos treiben,
wird uns die Sehnsucht nach der Kinderweihnacht bleiben.
Zieht stiller Frieden in die Häuser ein.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - Anfragen leite ich gerne weiter!

Hannelore Furch
Spaziergang in der heiligen Nacht

Um die Hohe Nacht zu spüren
außerhalb von Stub' und Haus,
meine Sinne zu entführen,
ging ich in die Stadt hinaus.

Hoch vom Himmel waren Sterne
eingereist in unser Land,
nach der Freiheit in der Ferne
klemmten sie nun fest am Band,

zogen sich als Lichtgirlanden
über Straßen durch die Nacht,
hatten das Gebot verstanden,
hielten ehrenvoll die Wacht.

Eine Katz kam, leis' im Tritte,
Eleganz und gute Sitt'!,
meine eignen schweren Schritte
hielten nur in Mühe mit,

heilig war mir hier der Wille.
Nacht in Zauber eingetaucht!
Träumend hab' ich ihrer Stille
meinen Atem eingehaucht.

Hannelore Furch
Das Weihnachtskind

Ein Trommeln, das als Echo hallt,
gelingt dem Specht im Winterwald,
auf hohen Tannen liegt der Schnee
und unten führt die Spur zum Reh.

So setzt sich oft die Winterzeit
in Szene und ist gern bereit,
zu liefern noch den Weihnachtsmann.
Ein Kind nimmt alles dankbar an

und wächst hinein in eine Welt,
die nichts von solchen Bildern hält.
Das Kind vermisst den Specht, das Reh,
den Weihnachtsmann, die Tann' mit Schnee

und sieht den Baum als Weihnachtstann',
den Wald im Schnee mit Weihnachtsmann
des Nachts im Traum und lauscht entzückt,
wie schön dem Specht das Echo glückt.

Das Kind trägt alles tief im Sinn,
wenn längst die Märchennacht dahin,
und schmückt im Garten Busch und Baum
mit Sternen aus dem Weihnachtstraum.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - zur Autorenseite von Hannelore Furch

Christina Telker
Schlittenglocken

Durch den tief verschneiten Tann, 
tönt ein feiner, zarter Klang, 
Schlittenglocken - hörst du sie? 
Bald kommt der Weihnachtsmann. 

Oben, dort am Himmelszelt, 
geht der Mond grad auf, 
Sterne leuchtend um ihn stehn, 
hier im Winterwald. 

Ein  Reh tritt aus dem Dickicht raus, 
gelockt vom Glockenklang. 
Weihnachtsfriede überall, 
selbst hier im tiefsten Tann.

Christina Telker
Die kleine Tanne

Die kleine Tanne träumte,
der einst zur Sommerszeit,
von Pracht und hellem Glanze,
zur Winter-Weihnachtszeit.

Der Sommer geht, der Herbst zieht ein,
die Zeit sie fliegt dahin,
die Tanne träumt vom Weihnachtsfest,
ganz froh wird ihr im Sinn.

Als Schnee den Wald bedeckte,
da wird dem Tännlein bang,
es fühlt sich ganz vergessen,
die Zeit, sie wird ihm lang.

Da hört es Schlittenglocken,
es ist der Weihnachtsmann,
er sucht sich grad dies Bäumchen aus,
damit er`s schmücken kann.

Mit Möhren, Kohl und Äpfeln,
wird nun der Baum geschmückt,
so bringt er vielen Tieren,
im Wald das Weihnachtsglück.

Der kleine Baum ist glücklich,
im Wald zur Winterszeit,
nie hat ihn eine Weihnacht
bisher so sehr gefreut.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - Zur Internetseite von Christina Telker

Ursula Gressmann
flügelschlag

weihnachten leuchtet
als helles licht
in der dunkelsten
zeit des jahres
sanfter flügelschlag
berührt jedes herz
frieden senkt sich herab
dankbar staunend
fühle ich
dieses geschenk
ist auch für mich
gedacht

Ursula Gressmann
vor vielen jahren

glutrot ist heute der abendhimmel
die engel backen kekse
habe ich früher zur weihnachtszeit
zu meinen kindern gesagt
stieg dann noch nebel über den tannen auf
dann kochten die füchse kaffee

jeden abend in den vorweihnachtszeit
stand auf einem teller würfelzucker
für die pferde vom weihnachtsmann bereit
manchmal fand sich ein büschelchen
engelshaar im gesträuch
und  lauter vergoldete nüsse
hat das christkind bei uns im garten verloren

das war für mich das schönste
an der weihnachtszeit vor vielen jahren

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - Zur Autorenseite von Ursula Gressmann (Tredition Verlag)

Raina Jeschke
Weihnachtsbotschaft

Silbern glänzt die Nacht hernieder,
nur vom Sternenlicht erhellt.
Weit von fern erklingen Lieder,
künden Freude in die Welt.

Heute Nacht ist uns geboren
Jesus Christus, Gottes Sohn,
der aus Liebe zu uns Menschen
stieg herab von seinem Thron.

Liebe, das ist seine Botschaft,
löscht das Leid in dieser Welt,
Liebe kann ein Jeder schenken,
dazu braucht's kein Gut, kein Geld.

Unsre Liebe möge allen,
die noch ohne Freud und Glück,
ihren Stern der Hoffnung zeigen -
tausendfach kehrt sie zurück.

Raina Jeschke
Stern der Weihnacht

Stern der Sehnsucht,
hoch am Himmel,
leuchte hell durch dunkle Nacht.
Bringe allen Menschen Hoffnung,
die dein sanftes Licht bewacht.

Weck die Hoffnung in den Herzen,
Derer, die vom Hass zerstört,
dass ein jeder von uns Menschen,
noch das Lied der Liebe hört.

Hass und Liebe sind die beiden
Pole der Unendlichkeit
und wir Menschen wandern alle
durch die Zeit zur Ewigkeit.

Lass uns mit dem Herzen sehen,
unsern Weg durch Raum und Zeit,
lass uns nicht verloren gehen
in der kalten Dunkelheit.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - weitere Gedichte von Raina Jeschke finden sich in dieser Gedichtebibliothek

Isabella Kramer
Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer

Glitzer, Glimmer, Weihnachtsschimmer
Tannengrün, Bratapfelduft,
Kerzenglanz in jedem Zimmer,
Weihnachtszeit liegt in der Luft.

Draußen knirscht der Schnee ganz leise,
drinnen warm der Ofen prasselt.
Christkind geht auf seine Reise.
Wintersturm am Fenster rasselt.

Keksbackdüfte ziehn durchs Haus,
jedermann summt Weihnachtslieder.
Was gibt's wohl zum Festtagsschmaus?
Kindheitsszenen kehren wieder.

Weihnachtsmärchen alter Dichter,
Glockenklänge in der Nacht.
Glücklich lächelnde Gesichter,
Gabentische voller Pracht.

Weihnachtsträume werden wahr,
Frieden kehrt im Herzen ein,
Weihnachtszeit ist wunderbar.
Könnt doch immer Weihnacht sein!

Weihnachtsbild Tannenbaum und 4 Kerzen
Bild: Larisa-K / pixabay. com
*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - zur Autorenseite von Isabella Kramer

Serge D. 2015
Ein kleines Weihnachtswunder

Vielleicht hätt' ich mich doch 'mal melden sollen.
Ich habe deine Nummer nicht vergessen
in all den Jahren. Aber unterdessen
hast du vielleicht ja mich vergessen wollen?

Du schienst mir damals irgendwie zu schmollen.
Stumm trennten unsre Wege sich – durch wessen
Betreiben, Schuld: läßt je sich das ermessen? –
und jahrelang bliebst du für mich verschollen.

War Weihnacht heuer doch zu etwas gut?
Bescherte mir das Christkind diesen Mut?
Ich hab zum Telefon gegriffen und
du abgehoben. Und es war im Grund
nicht anders als in unsern alten Tagen.

Ein kleines Weihnachtswunder sozusagen ...

Serge D. 2016
D´Wäid oschaung wiara Kind

Uroid, schnäweiß san d' Baam worn iwer Nachd,
wia i heid fria zum Fenster außeschau.
Vorm Haus der Parkbloz aa is weiß schdatt grau –
d' Mülltonna ned, weil de san iwerdachd.

Hod er se's aiso doch jetz gmiadlich gmachd
bei uns, der Winter! Auf'n Dog genau
zum erschdn Kerzerl! Aber schdrahlend blau
der Himme, woiknlos, und d' Sonna lachd.

Es is bloß Roaf do draußd und no koa Schnä.
I dring mein' Frühschdückshagebuttentä,
zind 's erschde Kerzerl am Adventsgranz o
und deng – obwoi i heid dahoambleim ko –,

ob i ned nammidog in'n Schdodpark gäh:
d' Wäid oschaung wiara Kind – i oider Mo.

*mit freundlicher Genehmigung von Serge D.

Christina Telker
Unterschiedliche Weihnacht

Der Mond sieht in die Fenster,
heut ist die heil`ge Nacht,
er sieht die Lichterbäume,
des Festes große Pracht.

‚Wie herrlich‘, denkt der Alte,
‚muss doch die Weihnacht sein,
man sieht nur lauter Pracht und Glanz
und niemand ist allein. ‘

Der Mond zieht seine Bahnen,
doch plötzlich bleibt er stehn.
Hier sieht er keine Kerzen,
was ist hier nur geschehn? ‘

Nun sieht der Mond genauer hin
und nimmt sich etwas Zeit,
hier sitzt ein altes Mütterchen,
ihr Blick er gleitet weit.

Der Mond, er denkt im Stillen,
‚Wie kann das möglich sein?
Heut ist das Fest der Liebe,
warum ist sie allein? ‘

Als er noch in Gedanken,
durchs nächste Fenster schaut,
sieht er hier Kindertränen,
kein Baum ist aufgebaut.

Er neigt sein Ohr ans Fenster,
und hört von Armut schwer.
‚Das soll das Fest der Liebe sein? ‘,
denkt er und sorgt sich sehr.

‚Wenn dies das Fest der Liebe ist,
dann ist es schlecht bestellt.
Ich wünschte mir mehr Herzlichkeit,
für jeden auf der Welt!‘

Christina Telker
Das Geheimfach

In Omas altem Schranke,
da geht es seltsam zu.
Dort gibt es ein Geheimfach,
in ihm herrscht meistens Ruh.

Doch jedes Jahr zur Weihnachtszeit, 
holt sie den Schlüssel raus,
da spukts und knisterts in dem Fach,
wer ist dort wohl zu Haus?

Bist du schön brav und fragst mal nach,
dann sagt dir Großmama:
"Komm setz dich her zu mir mein Schatz,
und hör was ich dir sag.

In diesem Fach da wohnen sie,
die Märchen wunderbar,
die Feen und die Elfen,
auch Waldgeister sind da.

Sie schlafen und sie warten,
stets auf die Weihnachtszeit,
dann werden alle munter,
und spielen manchen Streich.

Wenn du bei mir am Ofen,
mir lauschst in stiller Ruh,
kannst du sie kennenlernen,
drum komm und hör fein zu.

Wir werden Nüsse knacken,
auch Plätzchen warten schon.
Hörst du wie`s knackt und raschelt?
Das ist der Weihnacht Ton."

Die Kerze strahlt am Kranze,
das Holz im Ofen knackt,
es ist die Zeit der Märchen,
die jedem Freude macht.

In Omas altem Schranke,
da geht es lustig zu.
Drum such schnell nach dem Schlüssel,
dann hör den Märchen zu.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - Zur Internetseite von Christina Telker

Petra Friedel
Vorfreude

Und wieder ist ein Jahr vergangen,
das Land trägt längst sein Winterkleid.
Die Himmel schweigen schneeverhangen
und an die Türen klopft die Zeit

in der die Flocken niederschweben,
so diamantenzart und rein.
Und alles schnelle, laute Leben,
taucht tief in jenen Kerzenschein,

der abends, in den dunklen Gassen,
aus reichgeschmückten Fenstern strahlt.
Die nichts von dem vermissen lassen,
was Weihnacht in die Herzen malt.

Dann ist`s, als sängen Englein leise
die nie vergess`ne Kinderweise:

von weißer Pracht auf grünem Tann,
dem Warten auf den Weihnachtsmann.
Vom Liedersingen, Nüsse knacken
und mit der Mama Plätzchen backen.

Seh` deine Augen: Du, mein Kind,
ich weiß, wie deine Träume sind!

Petra Friedel
Weihnachtstag

Kleine Wintersterne schweben,
fallen in den Rest der Nacht.
Drunt‘  am Weiher hat sich eben
leis‘  ein Lüftchen aufgemacht:

Hört  nur, wie es sanft und schmeichelnd
durch die leeren Gassen streift,
wie's, den alten Kirchturm streichelnd,
hoch hinauf zur Glocke greift,

die noch schläft. Sie mag nicht singen,
schickt das Kleine wieder fort:
Das will toben jetzt – und springen!
Sucht sich einen ander‘n Ort.

Lässt sich keck am Marktplatz nieder,
pustet in den Weihnachtsbaum,
singt im Flockenwirbel Lieder:
"Komm, ich weck‘ den Kindertraum!"

In den Häusern regt sich Leben,
zieht nach draußen, jubelt, lacht.
Schlitten poltern, Flocken weben
eisgekühlte Winterpracht!

Nicht mehr lang, dann strahlen Kerzen,
wird es Heiligabend sein.
Zieht in kleine, große Herzen
weihnachtlicher Friede ein.

Und ein kleines Lüftchen säuselt:
„Dunkel ist's und weit nach Acht!“,
Sieh, wie es sein Näschen kräuselt:
„Müde bin ich! Gute Nacht!“

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - Anfragen leite ich gerne weiter!

Mirko Swatoch
Überall die Kerzen brennen

Überall die Kerzen brennen,
Sterne an den Fenstern kleben,
Kinder durch die Gassen rennen,
denn zum Marktplatz alle streben.

Hoch ragt dort die grüne Tanne,
fein geschmückt mit Engelwesen.
Glühwein blubbert in der Kanne,
mancher hängt schon schief am Tresen.

Frohe Weihnachtslieder schallen
aus den alten Bretterbuden.
Flocken leis´ vom Himmel fallen,
weiße Weihnacht zuzumuten.

Zimt, Anis und Mandeldüfte
durch die engen Gassen schweben.
Freude hebe sich in die Lüfte,
lässt die Herzen fröhlich beben.

Hell beleuchtet Krippen stehen
und das Christkind allen zeigen,
Hirten, die den Stern gesehen,
sich vorm Kinde still verneigen.

Und ein Niklaus, Lebensgröße,
gibt den Kindern Süßigkeiten.
Nur Knecht Ruprecht blickt sehr böse,
deshalb kann ihn niemand leiden.

Menschen lieben solche Feste,
Freude kann sich schnell verbreiten.
Denn hier sind sie alle Gäste,
die den Weihnachtsmarkt durchschreiten.

Mirko Swatoch
Weihnachtsfreude

Die Stadt zieht heute Abend alle an.
Mit Mama, Papa Jule, Steffen gehen,
die Freunde auf dem Weihnachtsmarkt zu sehen.
Von Weitem sieht man schon die hohe Tann.

Dort hängen Christbaumkugeln dran
und Kerzen leuchtend auf den Zweigen stehen.
Von Ständen Düfte in die Nasen wehen.
Das Fest zieht alle Menschen in den Bann.

Ein kleines Karussell dreht viele Stunden
mit Kindern vollbesetzt dieselben Runden
und lässt die Großen kurz alleine sein.

Die stehn am Stand und trinken heißen Wein
und lassen sich die Printen gerne schmecken.
Der Weihnachtsmarkt will Weihnachtsfreude wecken.

Weihnachtsbild mit Christbaum und Schneemann
Bild: minka2507 / pixabay.com
Aus dem Buch "Die Magie der Weihnachtsmärkte" Wendepunkt Verlag, Hrsg. Petra Pohlmann - mit freundlicher Genehmigung von Mirko Swatoch

Ruth-Ursula Westerop
Weihnachtswünsche

Vom Weihnachtsmann wünsch ich mir glatt,
was heute kaum noch jemand hat:
Geduld - Verständnis - Toleranz -
und dann noch eine Weihnachtsgans.

Als nächstes, falls es nicht zu spät:
dass sich die Menschheit gut versteht,
dass jeder öfter lächeln kann -
und dann noch etwas Marzipan.

Auf meinem Zettel steht ganz dick:
“ Ich wünsche allen sehr viel Glück”,
und kleingeschrieben steht ganz hinten:
“Bring bitte mir auch Aachner Printen.”

Der Weihnachtsmann kann’s gar nicht leiden,
wünscht man zu viel, ist nicht bescheiden.
Drum bleibt mir diesmal nur zum Schluss
die Bitte um ´ne Pfeffernuss.

Ruth-Ursula Westerop
Vom Himmel hoch

Vom Himmel hoch
kommt nichts mehr her.
Dort war schon Ausverkauf -
der Laden ist leer.
Die Engel und alles,
was da sonst noch schwebt,
hat bisher nur
für die Menschen gelebt.
Immer im Dienst
und ständig auf Trapp,
vorbei mit dem Fliegen,
die Flügel sind schlapp.
Erfüllten viel mehr
als nur das Soll.
Die Himmelsbewohner
haben die Schnauze voll.
Gott sagt, sie sollen
erst dann wieder beginnen,
wenn die Menschen sich
endlich darauf besinnen,
dass das All, die Natur,
der Tag, die Nacht
und die Welt nicht allein
nur für sie gemacht.

*mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber - Die Gedichte habe ich hier entdeckt: https://www.weihnachtsgedichte24.de/

Mirko Swatoch
Leis, ganz leise naht die Stille

Leis, ganz leise naht die Stille,
ohne Laut sie uns beschwört.
Es ist Weg und Ziel der Wille,
dass im Innern man sie erhört.

Denn von außen dringen Töne
laut durch Ohren in uns ein:
Alltagsjammer und Gestöhne.
Stille kann so gar nicht sein.

Dass nicht Frieden uns entrinne,
jetzt in dieser Weihnachtszeit,
lenken Düfte unsre Sinne,
leuchten Kerzen weit und breit.

Diese Lichter uns geleiten
zu dem Grund der heil’gen Nacht.
Für den Frieden lasst uns streiten,
den das Licht der Welt gebracht.

Mirko Swatoch
Im Stall

Die Krippe dort vor Esel, Ochs und Rind
wird ihm ein Bettchen sein, aus Stroh das Kissen.
Herodes darf vom Kinde gar nichts wissen,
die Angst um seine Herrschaft macht ihn blind.

Im Stall heut Nacht die Türen offen sind.
Die Hirten, von der Kunde hingerissen,
sie folgen Engelsworten ganz beflissen
und ziehen los, zu sehn das Jesuskind.

Der Stall beherbergt junges Elternglück
und lässt die Kälte draußen schnell vergessen.
Die Herden lassen sie allein zurück.

Für jenen Knaben gar nicht angemessen
erscheint der Ort in diesem Weihnachtsstück,
wo Ochs und Esel aus der Krippe fressen.

*mit freundlicher Genehmigung des Autoren - zur Autorenseite von Mirko Swatoch

Petra Friedel
Weihnacht in mir

Mag sein, dass mir an diesen Tagen
der Kaufrausch auf die Nerven fällt,
seh' ich sie ächzend Tüten tragen,
als gäb’s nichts Schön’res auf der Welt.

Mag sein, sie sollten hinterfragen
warum nur jetzt der Himmel strahlt.
Und ja: es schlägt mir auf den Magen,
wird Liebe stolz mit Geld bezahlt.

Und trotzdem:  alle Jahre wieder
erstrahlen Kerzen, klingen Lieder,
erzählen mir vom Glück

der Weihnacht. Mit weit off’nem Herzen
lässt sich auch Nerviges verschmerzen,
kommt Menschlichkeit zurück.

Petra Friedel
Weihnacht

Stumm liegt der See. Und kleine Flocken schweben
zur Erde nieder, decken sie ganz leis'
mit Unschuld zu. Im tiefverschneiten Weiß
erzählen zarte Spuren, wollen sich verweben

zu Träumerei'n, die an verwunschnen Orten
wie diesen mir vom Winterschlaf erzählen;
als träumten sich hier tausend kleine Seelen
im Tief der Bäume an des Frühlings Pforten.

Von fern seh' ich das Dorf im Kerzenglanz erstrahlen.
Die Luft ist klar, die Dämmerung zieht auf.
Und während ich dem Licht entgegenlauf,
will mir dies' stille Glück die Weihnacht malen.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - Anfragen leite ich gerne weiter!

Serge D. 2015
Vor dem Christbaum

Und schon ist wieder Heiligabend. – Dreht
die Welt sich immer schneller Jahr um Jahr?
Sie hat es schrecklich eilig offenbar.
Kein Wunder, daß sie niemand mehr versteht.

Und diese Zeit, die da so rasch vergeht,
sie heißt: mein Leben. Traurig, aber wahr.
Auch heuer macht mir Heiligabend klar,
in welche Richtung mich der Schneewind weht.

Ein Zettel hängt im Treppenhaus, bis wann
und wo den Christbaum man entsorgen kann.
Es scheint, als wäre jedem Ding hienieden,
dem schönsten selbst, nur kurze Frist beschieden.
Bald, Christbaum, hast du ausgestrahlt. Und dann?

Dreht weiter sich die Welt – du ruhst in Frieden.
 

Serge D. 2013
Fröhlich, selig, gnadenbringend

Sie ist nicht fröhlich, ist nicht selig und
sie bringt auch keine Gnade – tut mir leid.
Was sie alljährlich bringt, die Weihnachtszeit:
erst Streß hoch drei, dann vier, fünf Extrapfund.

Siehst du zur Freude wirklich einen Grund?
Dann freu dich meinetwegen, Christenheit.
Die Welt ist zum Verlorengeh'n bereit:
Gott Geld herrscht auf dem ganzen Erdenrund.

Wenn's gut läuft – doch das muß sich stets erst zeigen –,
mag sein, daß einen Tag lang oder zwei
die Panzer stillsteh'n und die Waffen schweigen.

Dann aber ist der Spuk auch schon vorbei:
Wie Schaum zerplatzt die friedliche Fassade –
unfröhlich und unselig, ohne Gnade.

*mit freundlicher Genehmigung von Serge D.

Ursula Gressmann
weihnachtsmarkt

diese nacht funkelt
lichtersäulen
neonreklamen
kerzenlicht
es  duftet nach lebkuchengewürz
gebrannten mandeln
und tannengrün
wohin man schaut
freude
glück
glanz in den augen

dahinter dunkelheit

 

Ursula Gressmann
Engel

Gemalte Engel in der Kirche
halten Wache
über dem Kind in der Krippe
und verzaubert glänzt alles im
goldenen Kerzenlicht.
Es scheint, als ob
ferne Planeten singen
oder leise Engelsstimmen.
Schatten schweben durch
unsere Träume, doch
Engel sind selten geworden
auf dieser Welt.
Aber getröstet
fühlen sich auch die Einsamen
heute Nacht.
Niemand ist Weihnachten
ganz allein.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - Zur Autorenseite von Ursula Gressmann (Tredition Verlag)

Christina Telker
Blick durchs Schlüsselloch

Die Türen sind verschlossen,
es knistert dort und hier,
ich bin so voller Ungeduld,
war schon das Christkind hier?

Ich stell mich auf die Zehen
und schau durchs Schlüsselloch
und doch kann ich nichts sehen,
find ich das Christkind noch?

Ich seh ein feines Leuchten,
im Spalt unter der Tür.
Jetzt weiß ich`s ganz genau,
das Christkind, es war hier!

Jetzt öffnet sich die Türe,
ich sehe ihn wie im Traum,
vor mir erstrahlt im Glanze,
der schönste Weihnachtsbaum.

Christina Telker
Stille Nacht

Von fern her klingen Kirchenglocken,
es riecht nach Eis und Schnee.
Die Nacht ist voller Sterne,
und zugefrorn der See.

Kein Laut erfüllt die Lüfte,
die Nacht ist still und klar.
Manch Fenster ist erleuchtet,
bald kommt ein Neues Jahr.

Aus manchem Hause klinget,
ganz leis ein Weihnachtslied,
ich blicke in die Fenster,
freu mich am Kerzenlicht.

Ich sehe Kinder spielen,
froh, unterm Weihnachtsbaum,
ich wand`re durch die stille Nacht,
denn ich bin heut allein.

Ich schau zurück, als einstens,
auch ich ein Kind noch war,
wie glücklich war die Weihnacht,
mit der Geschwisterschar.

Die Jahre rannen schnell dahin,
man kann es kaum verstehen,
der heut`ge Tag geht nun zur Ruh,
ich werd nach Hause gehen.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - Zur Internetseite von Christina Telker