Weihnachtsgedichte-und-mehr.de
Herzlich Willkommen

Wintergedichte neuzeitlicher Autoren

Winterlandschaft mit Zug
Bild: annca / pixabay.com

Bitte beachten Sie das Urheberrecht.

Das Copyright der hier veröffentlichten Texte liegt bei den jeweiligen Autoren.

In der Regel ist unter den Texten der Link zur entsprechenden Autorenseite angegeben.

Sollte dies nicht der Fall sein leite ich Anfragen gerne weiter.


Wintergedichte neuzeitlicher Autoren von A - H

Das Eichhörnchen und der Hunger
von Elke Bräunling

Der Januar trägt viele Farben
von Helga Grote

Der Winter und die Fastnachtsnarren
von Elke Bräunling

Eistanz
von Petra Friedel

Feentanz im Winter
von Elke Bräunling

Flöckchenromanze
von Petra Friedel

Frost
von Josef Festing

Hoffnung
von Josef Festing

Im Winterwald
von Hannelore Furch

Kühles Weiß
von Petra Friedel

Ofengesang
von Hannelore Furch

Schneedecke
von Ingrid Baumgart-Fütterer

Schneesterne
von Ilka Berikhan

Schneezauber
von Ingrid Herta Drewing

Stille Nacht
von Petra Friedel

Tanz der Schneeflocken
von Ingrid Baumgart-Fütterer

Trost im Winter
von Helga Grote

Winterblütenträume
von Serge D.

Winterlandschaft
von Ingrid Herta Drewing

Winternebelwelt
von Elke Bräunling

Wintersonne
von Ilka Berikhan

Wintersweisheit
von Serge D.

 


Hannelore Furch
Ofengesang

Ein Schneesturm packte Zaun und Tor
und klopfte, wild im Treiben,
an Tür und Fensterscheiben
und stellte sich als Kobold vor.

Es war für mich die rechte Zeit,
auf meines Sinnes Gleisen
die Welten zu bereisen
beim Lesen in Bequemlichkeit.

Ich ließ mich auf Geschichten ein,
in denen Winde brausten
und Ungeheuer hausten.
Es glitt der helle Feuerschein

des Ofens in die Reiserout',
er selbst begann zu singen
und bollernd zu erklingen
und spann ein Seemannsgarn aus Glut.

Hannelore Furch
Im Winterwald

Der schöne Winterwald
lag still verschneit und kalt,
ein Trommeln Specht zu Specht
erklang als Scheingefecht.

Ich lauschte tief entzückt
und ganz der Welt entrückt,
es hat mein Hund geknurrt,
mich schließlich fortgezurrt.

Daheim klang's wie zuvor,
mir wohnten noch im Ohr
zum süßen Lustgewinn
die Musikanten drin

und schonten jetzt den Hund,
der lag versöhnt und rund
im Korb und träumte mild
sein eig'nes Winterbild.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - zur Autorenseite von Hannelore Furch

Ilka Berikhan
Wintersonne

Seh ich mir die Sonne an,
möcht' ich bitter weinen,
längst im Sterben liegt sie wohl,
möchte nimmer scheinen.

Glimmt nur kränklich vor sich hin
- ihre Schönheit schwindet -
wie ein Greis im Sterbebett,
sich noch leise windet.

Ach, sie gleicht dem Licht in mir,
das vor Lieb einst brannte
und den Winter nimmer sah
und den Frost nicht kannte.

Eisig zieht der Winter hin,
doch ich möchte meinen,
dass die Frühlingssonne einst
bringt mein Licht zum scheinen.

Ilka Berikhan
Schneesterne

Leis fällt herab ein glitzernd Stern,
so weiß, so sacht - ich hab ihn gern.
Noch viele Sterne folgen nach
herab zur Erd - ich liege wach
und lausche still dem Sternenfall.
Die weiße Pracht liegt überall.
Bald deckt sie auch die Bäume zu.
Sie schlafen still in süßer Ruh.

Wenn glitzernd weiß die Erde strahlt,
der Schnee die schönsten Bilder malt,
fällt leis herab ein glitzernd Stern,
so weiß, so sacht - ich hab ihn gern.
Noch viele Sterne folgen nach
herab zur Erd - ich liege wach
und fühle, dass dies Glück der Welt
ganz sanft und leis zur Erde fällt.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - zur Internetseite von Ilka Berikhan 

Elke Bräunling
Der Winter und die Fastnachtsnarren

Fastnacht ist’s!
Der Winter lacht,
weil es ihm heute Freude macht,
sich nicht ruhig zu bescheiden.
Nein, heut‘ will er sich verkleiden.
Bunt möcht‘ er der Welt sich zeigen,
im rot-gelb-blau-grünen Reigen
fröhlich durch die Straßen springen,
mit den Narren lauthals singen:
„Oh, wie schön ist Fasenacht!
Toll, wie Feiern Freude macht!“
Doch die Leute rufen: „Halt!
Du bist nicht bunt. Du bist nur kalt.
Kahl und weiß ist dein Gesicht,
und das passt zur Fastnacht nicht.“

Fastnacht ist’s.
Der Winter grollt.
Er ist eisig und … er schmollt.

Elke Bräunling
Feentanz im Winter

Winterpause.
Vom Schlafe erwacht
tanzen die Feen zwischen Bäumen.
Leis klingt ihr Singen.
Im Einbruch der Nacht
kannst du sie sehen. Sie träumen.

Winterpause.
Ich bleibe still stehn
und lausche dem Klang ihrer Lieder.
Die Winterzeit, sagen sie,
wird noch nicht gehn.
Die Tage des Frosts kommen wieder.

*mit freundlicher Genehmigung von Elke Bräunling - zur Autorenseite

Serge D. 2016
Winterblütenträume

Im Winter, alter Freund, kann nichts erblühen.
Die Wiesen sind verschneit, die Bäume kahl,
die Sonne fern, ihr Licht im Nebel fahl.
Und Kälte herrscht. Holzscheite höchstens glühen

und mögen im Kamin kurz Funken sprühen.
Dem Winter und dem Frost ist das egal.
"Was? Blühen?", grinsen sie. "Das war einmal.
Vergebens, alter Freund, ist dein Bemühen.

Im Frühling konnten Blütenträume reifen.
Da durftest du noch kühn nach Knospen greifen.
Das aber hast du seinerzeit versäumt.

Begnüg dich jetzt – und laß dein Träumen bleiben –
mit Eiskristallen an den Fensterscheiben!
Ein Narr, wer winters noch von Blüten träumt."

Serge D. 2019
Wintersweisheit

Gelassenheit ist eine Winterfrucht.
Sie muß, wie süßer Wein, sehr lange reifen,
sich siebzig Häute erst vom Leibe streifen:
den Ehrgeiz, Schaffensdrang, die Geltungssucht ...

Den Frühlingstrieb muß erst des Sommers Wucht
zu herbstlich heitrer Weltanschauung schleifen;
dann lernt das Herz – vielleicht – den Lauf begreifen
des Jahres und ergibt sich seiner Zucht.

Manch schwer erreichtes, hart erkämpftes Ziel
erscheint im Rückblick nicht mehr wert der Mühe.
Welch böser Gott verweigert uns die frühe
Erkenntnis: es ist alles nur ein Spiel?!

Und eines, dessen Sinn wir nie erfassen.
Der Winter erst macht weise und gelassen.

*mit freundlicher Genehmigung von Serge D.

Eingeschneite Dächer
DarkWorkX / pixabay.com

Ingrid Herta Drewing
Schneezauber

Vom Himmel rieselt sanft der Schnee,
hüllt weiß und weich die Erde ein.
Der Tannenwald, das Schilf am See
im Sternchenkleid erglänzen fein.

So ruhig und still ist alles hier.
Doch ist ein Zauber zart zugegen,
der flüstert: “Freue dich mit mir,
sieh Winters Schönheit auf den Wegen!“

Der Büsche filigrane Äste,
sie wirken in der Glitzerpracht,
als hätt’ zum nahen Weihnachtsfeste
ein himmlisch Wesen sie gemacht.

Wenn dann die Sonne golden strahlt,
und helles Blau den Schnee begrenzt,
erscheint die Welt mir, wie gemalt,
ein Bild, das friedlich hell erglänzt.

Ingrid Herta Drewing
Winterlandschaft

Fast lautlos rieselt unaufhörlich Schnee,
als habe wer die Klänge hier verbannt.
Kein Wasservogel watschelt mehr am See,
amphibisch zieht der Winter über Land.

Sogar des Baches helles Gluckern fehlt,
erstarrt, am Wasserfall von Eis verhangen.
Nur tief in seinem Bett er fließt, verhehlt,
dass ihn der Frost hält grimmig, fest gefangen.

Auch in den kahlen Wipfeln, wo die Meisen
noch unlängst munter probten Frühlings-Singen,
da sitzen stoisch Krähen, zwei, ganz leise,
im schwarzen Frack, gefaltet ihre Schwingen.

Die Landschaft liegt und ruht in weißer Stille,
bis sie erneut erwacht zu grüner Fülle.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - zur Autorenseite von Ingrid Herta Drewing


Josef Festing
Frost

Draußen ist es bitterkalt,
der Frost zieht ein in jeden Spalt.
Fahl erscheint das Tageslicht,
dünn ist noch des Eises Schicht
auf dem Schilf umringten Teich,
alles wirkt nun kahl und bleich.
Erstarrt vor Kälte ist der Baum,
versetzt in einen tiefen Traum.
Kristalle glitzern auf dem Feld,
wenn Mondlicht auf die Erde fällt.
Eisig weht der Wind von Ost
und überzieht das Land mit Frost.
Kälte, Stille, Dunkelheit
sind Zeichen dieser Jahreszeit.
Doch Frost beherrscht nur die Natur,
davon im Herzen keine Spur.
Wärme, Freude und auch Licht,
Weihnachten uns dies verspricht.

Josef Festing
Hoffnung

Kalt und leblos wirkt die Welt.
Getaucht in fahles Licht,
zeigt sie in Wald und Feld
ein trauriges Gesicht.
Der Wind fegt durch die Zweige,
die Bäume stehen kahl,
voll Trauer scheint die Weide
und Nebel zieht ins Tal.
Hoch auf den kargen Höhen
liegt bleich der erste Schnee,
verweht von Sturm und Böen,
gefroren ist der See.
Die Welt ist grau und öde
als hätt‘ sie nie gelebt,
hätt‘ weder Wuchs und Blüte
noch Wärme je erlebt.
Und wenn auch deine Seele
des Winters Kälte spürt,
vor Traurigkeit und Leere
kein Trost dein Herz berührt,
dann sieh‘ den zarten Sprössling,
der aus der Erde bricht.
Es kommt einmal der Frühling,
mit ihm das Sonnenlicht!

*mit freundlicher Genehmigung des Autoren - zur Autorenseite von Josef Festing


Petra Friedel
Eistanz

Seit Tagen hat es schon gefroren,
leis´ schleicht die Dämmerung ums Haus.
Ich ahn´, heut gibt es kalte Ohren
und trotzdem zieht es mich hinaus!

Von ferne hör ich Menschen lachen,
die Nase schnuppert Glühweinduft.
Ich muss hinaus, ist nichts zu machen,
denn auch Musik liegt in der Luft!

Aus engen Häusern, stillen Gassen,
zieht es die Menschen, Groß und Klein,
zum See. Es sind so viele Massen,
dass bald ich hoff` es bricht nicht ein

das Eis, auf dem die Kufen fliegen,
auch manchmal aneinanderprallen.
Sich Fremde in den Armen liegen
um schließlich lachend umzufallen-

dass jene, die am Rande stehen,
sich stillvergnügt am Glühwein laben,
die kamen um nur zuzusehen,
auch ihre kleine Freude haben.

Und über all dem bunten Treiben
thront still das Schloß im Flutlichtglanz.
Verzeiht, ich kann jetzt nicht mehr bleiben,
es geht aufs Eis, zum Schlittschuhtanz!

Petra Friedel
Flöckchenromanze

Sind deine Tage eisigkalt,
die Wiesen stumm, es ächzt der Wald
und klagt dir vom Vergehen?
Auf allen Wegen modert matt,
was einst das Jahr gegeben hat
und raue Winde wehen?

Dann, Liebster, komm mit mir aufs Feld,
was dort zur Erde niederfällt
soll heute uns beglücken.
So luftig-weiß, so watteweich,
macht es die Herzen warm sogleich,
ich will dir davon pflücken:

Das Flöckchen namens Zärtlichkeit,
der Sanftmut, der Geborgenheit,
das neckt und weckt die Triebe.
Noch Leidenschaft und Übermut,
das tut dem schlimmsten Griesgram gut.
Und tausend Flöckchen Liebe!

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - Anfragen leite ich gerne weiter!

Ingrid Baumgart-Fütterer
Tanz der Schneeflocken

Myriaden
von Schneeflocken
tanzen am Himmel,
wirbeln herunter
auf die Erde,
verschmelzen
mit dem Schnee,
schmelzen
in der Wintersonne,
verwandeln sich
in Wasser,
dessen Moleküle
in den Himmel
hochsteigen -
Schneeflocken
werden daraus
wiedergeboren,
um erneut
mit ihrem
wirbelnden Tanz
Herz und Auge
zu erfreuen.

Ingrid Baumgart-Fütterer
Schneedecke

übersät von
bunten, glitzernden "Diamanten",
deren Funkeln Augen blendet.

Eiskristalle!

Winterbild mit Bank und Laterne
Bild: Ulli / dreamies.de
*mit freundlicher Genehmigung von Ingrid Baumgart-Fütterer. Ihre Autorenseite findet ihr bei e-stories.

Helga Grote
Trost im Winter

Längst ist Kälte eingezogen,
Nacht aus Winterhauch erwacht,
doch die rauen Winde aus dem Norden,
haben mein Herz nicht hart gemacht.

Denn in ihm glüht leise Wärme,
unverwehbar, stark und klar,
kein noch so wilder Schneesturm
löscht, was immer in mir war.

Es ist kein lautes, helles Brennen,
mehr ein Erinnern, still und sacht,
ein Gefühl, das wir alle kennen,
und das uns hält – bei Tag und Nacht.

Helga Grote
Der Januar trägt viele Farben

Der Januar, so kalt, so grau,
mal weiß und grün und winterblau,
doch ist er listig, wandlungsreich,
kein Tag dem anderen wirklich gleich,
er wechselt still sein Taggewand,
von niemand je zuvor erkannt.

So schenkt er jedem Tag Gesicht
im blassen sonnenarmen Licht,
zeigt leise doch die eigene Kraft,
und weiß oft selbst nicht, wie er`s schafft,
er tritt vor Land und Feld und Tal,
hat Farbenlust, doch keine Wahl -
vielleicht ist`s ihm auch ganz egal.

*mit freundlicher Genehmigung der Autorin - zur Autorenseite von Helga Grote bei e-stories.de!

Elke Bräunling
Winternebelwelt

Wintertrüb und nebeltrist
heut das Wetter wieder ist.
Überall sieht´s grausig aus.
Du gehst gar nicht gern hinaus.

Draußen ist so fremd die Welt,
die so gar nicht dir gefällt.
Du traust deinen Augen kaum:
Ist das der Kastanienbaum?

Zarte Schleier hüll´n ihn ein,
seine Äste sind ganz fein
in ein Nebelkleid verpackt.
Hat es da nicht leis´ geknackt?

Kommt der Baum nun auf dich zu
wie ein Geist und heult: „Huhuu?“
Du läufst weg, der Schreck ist groß.
Was ist heut bloß wieder los?

Wintertrüb und nebelgrau,
dir wird es im Magen flau.
Überall sieht´s grausig aus.
Du beschließt: „Ich bleib zu Haus!“

Elke Bräunling
Das Eichhörnchen und der Hunger

”Immer soll ich Vorrat sammeln!
Ich hab viel mehr Lust zum Gammeln”,
sprach das Eichhorn und verschlief
die Herbstzeit ruhig und fest und tief.

Die Kälte kam. Das Eichhorn fror.
”Oje”, sprach es. ”was geht hier vor.
Alles, was ich ringsum seh
ist weißer, kalter Glitzerschnee.

Kalt ist mir und leer ist auch
mein armer, dünner Hungerbauch.”
Es klopft bei seinen Freunden an,
fragt, ob es etwas haben kann

zum Essen und ´nen warmem Ort.
Doch alle schicken es nur fort.
Bloß der Ratte Adelheid
tut das arme Eichhorn leid.

Sie lädt es in ihr Nest mit ein
und sagt: „Ich bin nicht gern allein,
drum lasst uns doch Freunde sein,
und meine Vorräte sind dein.“

Das Eichhörnchen, das freut sich sehr
und denkt sich stumm: „Ich werd nie mehr
auf Tiere, die so anders sind,
herabsehn. Wer das tut, ist blind.“

*mit freundlicher Genehmigung von Elke Bräunling - zur Autorenseite

Petra Friedel
Kühles Weiß

Hinaus! Es zieht mich ins verschneite Land!
Die Mittagssonne zaubert Diamanten-
und die Gedanken, die noch eben brannten,
sind fort. Mit fester, unterkühlter Hand

bewies der Winter mir sein gutes Herz;
ist wieder, fleißig mit dem Funkelbesen,
so wie in jedem Jahr mir Freund gewesen.
Und nur ein kleiner, unstillbarer Schmerz

wird mich am Abend noch nach Haus begleiten,
wird manches Mal noch Trauer mir bereiten.
Dann nimm mich, Winter, wieder bei der Hand

und lass mich deine weiße Güte fühlen!
Nein, nicht erstarren will ich, nur ein wenig kühlen.
Sie sollten einig sein, das Herz und der Verstand.

Petra Friedel
Stille Nacht

So stumm der Wald, so grau der Blick:
kein Rechts und Links; kein Vor, Zurück -
ein milchgetöntes Leer im Bann.
Doch still: im dichten, dunklen Tann,

ein Knacken! Rascheln! Regt sich leis,
was nichts von Licht und Wärme weiß?
Was, traumlos noch, in Schleiern liegt,
sich unbedarft in Schößen wiegt?

Um bald, aus tiefster, dunkler Nacht,
zu einem Feuerwerk entfacht,
hinauszustreben, neu zu weben?
Oh wundersames, schönes Leben!

*mit freundlicher Genehmigune der Autorin - Anfragen leite ich gerne weiter!